LAYERS OF LAIM

Was siehst du? Was hörst Du? Was könnte vor 100 Jahren hier gewesen sein?
Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für die Erforschung zweier Orte im Stadtviertel Laim. In dem 4-teiligen Workshop LAYERS OF LAIM probierten die Schüler*innen der Klasse 8cM der Mittelschule Schrobenhausener Straße an der Kreuzung Agnes-Bernauer-/ Fürstenrieder Straße und am Laimer Anger verschiedene audiografische und fotografische Techniken aus und entwarfen im Anschluß eigene Zukunftsvisionen mit einem KI-Bildgenerator. Die Ergebnisse – Fotografien, Interviews und ein dokumentarischer Fotofilm – sind noch bis 19. September in der Stadtbibliothek Laim ausgestellt.

Teilnehmer*innen
An dem Workshop nahmen 19 Schüler*innen der 8. Klasse teil. Das Geschlechterverhältnis war ausgeglichen, die Alterspanne bewegte sich zwischen 13 und 15 Jahren. Für die Übungen wurde die Klasse in Kleingruppen von 4-6 Schüler*innen aufgeteilt, die parallel von der Fotografin Ekaterina Skerleva und der Filmemacherin Susanne Mi-Son Quester betreut wurden.

Projektpartner*innen
Neben der Unterstützung durch das Stadtjugendamt / Netzwerk Interaktiv wurde das Projekt vom Bezirksausschuss 25 Laim gefördert. Ein besonderer Dank gilt dem Stadtteilhistoriker Norbert Winkler und dem Stadtarchiv München für die Bereitstellung von historischem Bild- und Kartenmaterial, Frau Stephanie Zech von der Stadtbibliothek Laim sowie der Klassenleiterin Manuela Jourdan für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Ablauf und Umsetzung
Der Workshop fand von April bis Juli an vier Terminen zu jeweils vier Stunden statt.
1. Termin – Die Schülerinnen und Schüler interviewten sich vor Ort gegenseitig über Gegenwart, Vergangenheit und eine mögliche Zukunft der beiden Schauplätze. Im Anschluß befragten sie auch Passanten dazu. In der ersten Fotosession experimentierten die Schüler*innen mit Langzeitbelichtungen und erstellten auf diese Weise impressionistische Portraits von Menschen und Gebäuden.
2. Termin – Die Audioaufnahmen wurden in der Gruppe präsentiert. Mit einer Einführung in die Geschichte des Viertel und historischem Bildmaterial aus dem Stadtarchiv wurden offene Fragen beantwortet und erklärt. Im Anschluß probierten die Schüler*innen weitere fotografische Techniken aus: in „Rätselbildern“ fotografierten sie Details wie Fenster, Türen oder Bausstellenabsperrungen, die sie für die jeweiligen Schauplätze als charakteristisch befanden. Mit einer analogen Lochkamera erstellten sie s/w-Aufnahmen von Gebäuden und Plätzen auf hochwertigem Barytpapier, das sie selbst vor Ort entwickelten.
3. Termin – Die in der vorangegangenen Sitzung entstandenen Lochkamera-Aufnahmen wurden mit dem KI-Generator Leonardo.ai durch die Zukunftsvisionen der Schüler*innen ergänzt. Grundlage für die Prompts waren ihre Interview-Aussagen aus der ersten Sitzung über eine mögliche Zukunft dieser Orte.
4. Termin – Das entstandene Bildmaterial wurde gesichtet und eine Vorauswahl für die Ausstellung und für den Film erstellt. Es entstanden weitere KI-Bearbeitungen.

Projektvideo

Ausstellung

Fazit
In dem Workshop gelang es uns, die Aufmerksamkeit der Jugendlichen auf einen Ort in ihrer Alltagsumgebung zu lenken und sie für seine Geschichte zu interessieren und zu begeistern. In den vier Einheiten lernten die Schüler*innen unterschiedliche mediale Techniken und Sichtweisen kennen, die sie anschließend spielerisch und künstlerisch ausprobierten. Dabei schärften sie ihre Wahrnehmung und erweiterten ihre Medienkompetenzen, insbesondere im Bereich der analogen und digitalen Fotografie. Beim Experimentieren mit dem KI-Bildgenerator stießen sie aber auch auf die Grenzen seiner Zuverlässigkeit bei der Umsetzung von Sprachbefehlen. Bei der Ausstellungseröffnung in der Laimer Stadtbibliothek präsentierten die Jugendlichen voller Stolz und Selbstbewusstsein ihre Bilder und erklärten den Gästen – Schulkameraden und interessierten Menschen aus dem Viertel – wie diese entstanden sind.