
Verschieden und doch gleich: Individualität und Gemeinschaft stärken

Das Projekt zielte einerseits darauf ab, die Medienkompetenz von Jugendlichen durch den kreativen Einsatz KI-gestützter Tools zu stärken. Dabei setzten sie sich kritisch und handlungsorientiert mit dem Thema Künstlicher Intelligenz (KI) auseinander. Andererseits stand die Förderung von Individualität sowie Vielfalt und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Die Schüler*innen erkannten Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit ihren Mitschüler*innen, reflektierten ihre eigenen Werte und entwickelten ein tieferes Verständnis für Vielfalt.
Drei achte Klassen der Anne-Frank-Realschule mit insgesamt 52 Schüler*innen beteiligten sich an dem Projekt, wobei jede Klasse an drei aufeinanderfolgenden Vormittagen teilnahm.
- Am ersten Projekttag erkundeten die Schüler*innen ihre eigene Persönlichkeit, Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit ihren Mitschüler*innen, ihre eigenen Leitbilder und Prioritäten. Unter der Leitfrage „Was macht für euch eine gute Gemeinschaft aus?“ diskutierten sie, welche Werte ihnen besonders wichtig sind.
- Am zweiten Projekttag stand das Thema Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Die Schüler*innen diskutierten, was KI von menschlicher Intelligenz unterscheidet und befassten sie sich mit Fragen wie: „Wie sieht KI Schönheit?“, „Wie viel Energie benötigt ein Prompt?“ und „Sollten Chatbots für Hausaufgaben erlaubt sein? Zudem nutzten die Schüler*innen ihre eigenen Tablets sowie Programme wie ChatGPT und Dall-E.
- Der dritte Projekttag widmete sich der Zusammenführung beider Themenkomplexe KI und Vielfalt: die Schüler*innen vertieften ihre Fähigkeiten im Umgang mit text- und bildgenerierenden Technologien, erprobten verschiedene Prompts und entwarfen schließlich solche, die ihre eigene Persönlichkeit in Form abstrakter Kunstwerke widerspiegelten. Aus den KI-generierten Bildern entstand schließlich eine Collage, die die Vielfalt der Schüler*innen jeder teilnehmenden Klasse wiederspiegelt.

Raum, Zeit und Technik: Die Projekttage fanden in den Klassenräumen der Anne-Frank-Realschule statt. Jede Klasse hatte drei Vormittage – jeweils knappe 4 Stunden – zur Verfügung. Die Schüler*innen nutzten für die Aufgaben ihre eigenen Tablets, während die Programme ChatGPT und Dall-E über die datenschutzsichere Plattform Fobizz und DuckDuckGo AI bereitgestellt wurden.
Produkte und Veröffentlichung: Das Hauptergebnis des Projekts war eine Collage aus den von den Schüler*innen erstellten KI-generierten Kunstwerken. Jede Klasse erhielt ein eigenes Poster, das im jeweiligen Klassenzimmer ausgehängt wurde. Dieses erinnert die Schüler*innen auch nach Projektende an die Vielfalt innerhalb ihrer Klassengemeinschaft. Durch die kreative Nutzung von KI konnten die Schüler*innen ihrer Individualität Ausdruck verleihen und zugleich ein Bewusstsein für Vielfalt und Gemeinschaft entwickeln.

Kritische Einschätzung: Die Schüler*innen nahmen mit Freude am Projekt teil. Besonders die Nutzung von ChatGPT und Tablets als Lernmedium erwies sich als erfolgreich, da diese Technik nah an ihrer Lebensrealität ist. Das Erstellen der KI-generierten Bilder am letzten Tag war ein Highlight.
Herausfordernd war die Zusammenstellung der finalen Collage, da die Bilder nicht von den Schüler*innen selbst erstellt, sondern nur stilistisch vorgegeben wurden. Die Nutzung der Technik verlief an sich reibungslos, jedoch ist es wichtig für das Projekt, dass alle Schüler*innen eine Elternerlaubnis für die Nutzung der Programme vorliegen haben, da sie sonst bei einigen Aufgaben nur begrenzt mitmachen können, was in diesem Fall bei einer Schülerin vorkam.
Insgesamt erwies sich die Zielgruppe jedoch als ideal für die Themen. In der Phase der Persönlichkeitsfindung setzen sich die Schüler*innen ohnehin intensiv mit Fragen wie „Wer bin ich?“ und „Wer sind die anderen?“ auseinander.
