Is this real? - Rap, Fake News & Influencer*innen

Is this real? – Rap, Fake News & Influencer*innen

Ein Workshop zu Raps, Beats und der Frage nach der Echtheit der Dinge von 5elements e.V.

Im Rahmen des Projekts sollten sich die Teilnehmenden an der Willy-Brandt Gesamtschule, der Mittelschule Haar und der Mittelschule Simmernstraße mit verschiedenen Ebenen und Aspekten der Unterscheidung zwischen „Wahrheit“ und „Unwahrheit“, „realness“ und „fakeness“, Fakt und Fiktion auseinandersetzen. Ob in der Literatur, im Rap, in der Politik oder in den (sozialen) Medien, überall spielt dieses Verhältnis eine große Rolle. Dabei wird die Unterscheidung u.a. durch technische Entwicklungen wie allen voran KI sowie Praktiken wie Fake News immer schwieriger. Somit muss der Umgang damit immer wieder reflektiert und trainiert werden. Der Workshop sollte den Teilnehmenden bewusst machen, dass hinter all diesen Dingen auch immer Menschen mit Interessen und Zielen stehen, die nicht immer das Beste im Sinn haben und dass es Methoden und Wege gibt, die es zu üben gilt, um besser erkennen zu können, womit Mensch es zu tun hat.

Tag 1: Zu Beginn gab es jeweils eine Einführung in das Thema Hip-Hop Geschichte und eine Hinführung zum Thema „Is this real“, um klar zu machen, warum der Einstieg über Hip-Hop und Rap so brauchbar und spannend ist. Im Anschluss stellten sich alle Teilnehmenden mit einer wahren und einer falschen Aussage über sich selbst vor und die anderen mussten raten, welche stimmt und welche nicht. So waren wir bereits mitten im Thema. Im Anschluss wurde ein Musikvideo eines Berliner Rap-Projekts von Jugendlichen mit dem Titel „Ihr seid fake“ angesehen und darüber reflektiert und diskutiert, was damit gemeint ist und wie sich „realness“ und „fakeness“ erkennen, erzeugen und begründen lassen und was Menschen dazu bewegt, mit den Grenzen zu spielen.

Im Anschluss gab es einen Input (Storytelling) zum Rapper Tupac Shakur, dem die Grenzverwischung zwischen Fakt und Fiktion zum tödlichen Verhängnis wurde, sowie zur Entstehung des Genres „Gangsta Rap“, das das Spiel mit stereotypen fiktiven Gangsta-Rollen als Business-Modell perfektioniert hat.

Daraufhin gab es einen Walk & Talk, wo die Teilnehmenden zu Musik durch den Raum spazierten und immer bei Abbruch der Musik zu folgenden Fragen diskutierten: Wie oft und wie lange bist du täglich auf Social Media? Wie geht es dir dabei und danach? Bist du schon einmal auf Fake News hereingefallen? Wie kann man Fake News erkennen? Was können wir dagegen tun? Im Anschluss haben wir im Plenum dazu gesprochen und eingeordnet.

Dann gab es ein KI Quiz, wo die Teilnehmenden erkennen mussten, welche Bilder KI-generiert und welche „echt“ sind.
Zum Abschluss wurde ein Info-Video zu den drei wichtigsten Schritten im Umgang mit KI geschaut: 1. Quellen checken. 2. Fakten checken. 3. Bilder checken.

Nachdem wir all diese Ebenen reflektiert hatten, wählten wir Beats (Musikstücke) aus und begannen in Gruppen von 3 bis 4 Schüler*innen Rap-Texte für den nächsten Tag vorzubereiten, um die Gedanken des Tages zu reflektieren und zu fixieren.

Tag 2: Zu Beginn führten wir verschiedene Warm-Up Spiele durch, um uns der Rhythmik, dem Reimen und dem Texte schreiben (und Freestylen) zu nähern.

Im Anschluss wurden die am Vortag begonnenen Texte in den Gruppen fertig geschrieben und mithilfe der Coaches verfeinert. Daraufhin wurden gemeinsame Refrains entwickelt und die Texte mithilfe des mitgebrachten mobilen Studios aufgenommen. Im Anschluss an den Workshop wurden die Aufnahmen im Home-Studio arrangiert, gemischt und gemastert, so dass die den Teilnehmenden geschickt werden konnten. Diese wurden und werden nicht veröffentlicht.

Zeitrahmen: zwei Workshoptage zu je drei Zeitstunden passten perfekt für den Ablauf.

Zielgruppen: drei 8. Klassen (Willy Brandt-Gesamtschule, 11 Mädchen, 17 Jungs; Mittelschule Haar, 9 Mädchen, 8 Jungs; Mittelschule Simmernstraße, 7 Mädchen, 6 Jungs)

Das Thema, die Methoden und Spiele waren passend, angemessen und wurden von allen Gruppen gut angenommen. Beim Schreiben der Raps zeigte sich, dass einige Teilnehmende sich schwer taten bzw. größere Lust hatten, ein eigenes Thema zu wählen, das ihren Hörgewohnheiten eher entspricht. In diesem Falle haben wir sie ermuntert, es trotzdem zu versuchen, aber auch gewähren lassen, wenn es partout nicht funktionierte, da unser Fokus auf dem Ausprobieren und dem Entdecken der eigenen Kreativität und Motivation lag. Das kommt erfahrungsgemäß häufiger vor. Das Konzept hat sich gut bewährt und wird in Zukunft weiter durchgeführt werden.